Rhetorische Mittel

Welche rhetorischen Mittel gibt es?

Die klassische Rhetorik unterscheidet etliche rhetorische Stilmittel, die man in einer Rede einbauen kann. Diese Mittel kann man entweder bei der Analyse von Reden erkennen, oder aber man setzt sie bei der Erarbeitung einer Rede aktiv ein. Eine eindeutige Unterscheidung ist nicht immer möglich, da sie sich manchmal überlappen. Hier finden Sie eine Liste aller rhetorischen Mittel.

Liste Rhetorische Mittel – Rhetorische Stilmittel

Antonomasie   – Namen ersetzen durch typische Eigenschaften.
Beispiele  „Stadt an der Alster“  (Für Hamburg) „Bomber der Nation“ (für Gerd Müller) ; „Schöpfer der Welt“ (für Gott), „Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ (für USA)
(Antonomasie überlappt sich manchmal mit Periphrase)

Epitheton   – Zusatz von Beiworten zu einem bestimmten Ausdruck.
Beispiel: „Deutschland – Land der Dichter und Denker“; „Iwan, der Schreckliche“

Katachrese   –  Verballhornung (Abwandlung) von Sprichwörtern und Redewendungen
Beispiele: „Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht“, „Wie man in den Wald hineinruft, fällt der Apfel vom Baum“, „Wer andern eine Grube gräbt, ist Bauarbeiter“, „Auch ein blindes Huhn, trinkt manchmal ein Korn“ (siehe Spezialartikel Abändern von Sprichwörtern)
Unter Katachrese wird auch manchmal eine Einwort-Metapher verstanden.
Beispiel: „Die Baumkrone„, „Das Tischbein„, „Der Handschuh„, „Astgabel
(Katachrese überlappt sich manchmal mit Paranomasie )

Metapher   – Bildhafter Vergleich. Es gibt Ein-Wort-Metaphern, Halbsatz-Metaphern und Geschichten-Metaphern.
Beispiel: „Die Baumkrone“, „Der Condor ist der König der Lüfte„; „Die Ehe ist wie eine Aktienkurve, schwankend und ohne sicheren Ausgang“

Reim         – phonetisch gleichklingendes Satzende.
Beispiel: Wenn einer, der mit Mühe kaum; geklettert ist auf einen Baum; schon meint, dass er ein Vogel wär; so irrt sich der.

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Synonym  – Andere Begriffe verwenden, um Variabilität in der Rede zu bekommen.
Beispiel: Unterkunft, Eigenheim oder Gebäude, statt immer nur „Haus“ zu sagen

Anapher        – (Auch „Anaphora“) Die immer gleiche Satzkonstruktion, die mehrfach in der Rede wiederholt wird.
Beispiele: „Wenn jeder von uns mit so viel Enthusiasmus arbeiten würde, Wenn jeder von uns so viel Loyalität und Engagement hätte, Wenn jeder von uns mit so viel Liebe bei der Sache wäre, Wenn jeder von uns so hilfsbereit gegenüber den Kollegen wäre wie Du, dann würde unsere Firma ewig existieren“, „Yes we can …. Yes we can…. Yes we can“ (Barack Obama), „I have a dream…. I have a dream… I have a dream“ (Martin Luther King);
Die gleiche Satzkonstruktion am Satzanfang nennt man Anapher, am Satzende nennt man sie Epipher (Merkhilfe: A-napher =A-nfang; E-pipher=E-nde)

Polemik         – unsachliches, überzogenes argumentieren.
Beispiel: Die CDU  hat ihre Buchstaben-Bedeutung geändert: Chaotisch, Desorientierte Union

Sarkasmus  –

Akumulation   – Hintereinander aufgeführte  Begriffe, die alle aus einem nicht genannten Oberbegriff stammen.
Beispiel: „Sonne, Mond und Sterne!“ (statt „Himmelskörper“), „Vernichtet durch , Blei, Schwert und Flamme“ (Statt „Kriegswaffen“); „Er kennt nur Benzin, Reifen und Motoren“ (Statt „Autos“)

Allegorie         – Erweiterung von Begriffen, durch Personifikation.
Beispiel: „Mütterchen Russland“; „Vater Staat“; „Gevatter Tod“   (Allegorie überlappt sich manchmal mit Personifikation)

Alliteration      – Eine Konstruktion, bei der fast jedes Wort einen ähnlich klingenden Anfangsklang hat.
Beispiele:  „Bitte ein Bit!“, „veni, vidi, vici“; „Kölner können klönen“; „bei Wind und Wetter und Weihnachten“; „Milch macht müde Männer munter“, 

Antithese         – Gegeneinanderstellen von gegensätzlichen Begriffen.
Beispiel: „Ich schlafe in der Nacht – Am Tag bin ich wach.“ „das Leben ist kurz, lang lebe das Leben“; „Der Aufwand war gross, klein war der Ertrag“, „Es ist ein kleiner Schritt für mich, aber ein grosser Schritt für die Menschheit“
(Antithese überlappt sich manchmal mit Chiasmus)

Apostrophe     – Das betonte persönliche Anreden eines Dings, oder einer Person.
Beispiel:      „Du stolze Bauersfrau, kennst du mich nicht?“; „Liebe Leser, Sie werden es nicht glauben…“, „Oh mein Gott, wo bist du“, „Du lieb gewonnener Schlaf, warum lässt du heute auf dich warten?“ „Du mein Schwert, verteidige meine Männer“; „Mein Volk, wo warst du, als ich dich brauchte?“

Assonanz        –     Ähnlich klingende Worte (aber kein Reim).
Beispiel:  „Wer rastet, der rostet“; „Sie liebt, aber betrübt“; „Er ruft in der Gruft“; „Das ist ein Buch mit Wut“
(Assonanz überlappt sich manchmal mit Alliteration)

Asyndeton     –   Aneinanderreihung von mindestens drei Ausdrücken, ohne Verbindungsworte (wie „und“, „dann“, „weil“) .
Beispiele: „Er kam, sah, siegte“, „sprach’s, stieg vom Pferd, zog den Colt, drückte ab“, “frisch, fromm, fröhlich, frei“, „Seine Gesichtsfarbe war blau, weiss, rot, blass„, „Ein Bier, ein Charakter, ein Mann“, „Ihr Männer: betet, hofft, vertraut, kämpft“
(Asyndeton überlappt sich manchmal mit Alliteration)

Polysyndeton  – Aneinanderreihung von mindestens drei Ausdrücken, mit Verbindungsworten (wie „und“, „dann“, „weil“)
Beispiel:  „Und es blubbert und siedet und zischt und faucht“, „Ich trete zurück, weil ich möchte, weil ich Moral habe, weil ich konsequent bin“, „Erst Hitze, dann Sturm, dann Regen, dann Hunger“

Chiasmus       –  spiegelbildliche Satzkonstruktion .
Beispiel: „Die Horizont ist groß, klein ist der Verstand“ , „Ich schlafe am Tag, in der Nacht wache ich“; „Ich liebe die Musik, die Musik liebt mich“
(Chiasmus überlappt sich manchmal mit Parallelismus, Antithese oder Oxymoron )

Distribution   –  Auseinander dividieren eines Oberbegriffs, indem man Einzelteile aufzählt.
Beispiel: „Es wird geschehen, dass Kind, Weib, Mann, Dorf und Stadt mir folgen werden“ (Statt „alle Bürger“)
(Distribution überlappt sich manchmal mit Klimax)

Ellipse            – verkürzter Satz, der den Satzgehalt aber trotzdem erkennbar lässt.
Beispiel „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ (Statt „Erst machen wir die Arbeit, dann kommt das Vergnügen“), „Ende gut, alles gut“ (Statt „Wenn das Ende gut ist, ist alles gut“), „Wir sind Papst“ (Statt „Wir sind diejenigen, die aus dem Land sind, aus dem der Papst kommt“)

Emphase        –  Besonderes Herausheben eines Ausdrucks. Wird in der gesprochen Sprache oft durch Lautstärke erreicht.
Beispiel: „Er sagte, er wäre NUR ein Münchner“; „Verhalte dich endlich wie ein MANN!“

Euphemismus  – Das Beschönigen eines Wortes.
Beispiel: „sie ist rundlich“ (statt dick), „Ich gehe mich frischmachen“ (Statt auf die Toilette); „wir verschlanken das Personal“ (Statt wir entlassen Leute), „Die Mahlzeit ist übersichtlich“ (Statt es ist zu wenig)
Hier: Sammlung von Euphemismen

Epipher          –  Eine Wiederholung einer gleichen Satzkonstruktion (Worten oder Wortgruppen) am Ende von hintereinander folgenden Satzteilen.
Beispiel: „Gesten sind Sprache, Worte sind Sprache, Blicke sind Sprache;  „Wer schöne Frauen erleben möchte, er soll nach Berlin kommen, wer Party bis zum Umfallen machen möchte, er soll nach Berlin kommen, wer Kunst und Abenteuer erleben will, er soll nach Berlin kommen.“
Die Wiederholung am Satzanfang nennt man Anapher, die am Satzende nennt man Epipher.  (Merkhilfe: A-napher =A-nfang; E-pipher=E-nde)

Figura etymologica    – Wörter aus dem selben Wortstamm, werden einmal als Hauptwort und einmal als Verb (und/oder Adverb) im selben Satz benützt
Beispiel: „Wer andern eine Grube gräbt…“ , „Der Griff  ist vom Greifen abgegriffen“ , „Der abgekämpfte Kämpfer, kämpft einen ermüdenden Kampf“ , „Der Schreiber schreibt das Geschriebene ab“ , „die Schüler werden geschult

Hyperbel       –  kräftige (manchmal absurde) Übertreibung.
Beispiele:   „Er war schneller als Lichtgeschwindigkeit“ , „sie war todmüde“ , „ein Ozean an Beschwerden“ , „Probleme wie Sand am Meer“ , Wenn die dicke Eva in den See zum Baden geht, rücken die anderen Gäste ihr Badetuch vorsorglich einen Meter nach oben
(Hyperbel überlappt sich manchmal mit Metapher)

Hypophora       – Eine Frage, die der Redner im Anschluss gleich selbst beantwortet
Beispiel: „Was ist die Stärke der bayerischen Ökonomie? Bayern hat vor allem einen gesunden Mittelstand…usw“ , „Ich kam in das Museum. Was hab ich gesehen? Kein einziges unserer Bilder war ausgestellt...“
(Hypohora überlappt sich manchmal mit „rhetorischer Frage“)

Klimax            –  Steigerung von Begriffen in drei/vier Stufen.
Beispiel:   „Er regiert erst die Stadt, dann das Land und schliesslich die Welt.“, „Er versuchte es Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr“, „Im Haus waren alle versammelt: Grossmutter, Mutter, Kind und Enkel“

Konklusion      – der Höhepunkt des Hauptteils einer Rede.

Weitere rhetorische Mittel

Zu denen als Link ausgeführten rhetorischen Mitteln, existiert ein weiterführender Text

Litotes             – Deutlichmachung / Hervorhebung mit einer doppelten Negierung.
Beispiel: „Wolfgang ist darüber nicht unglücklich“,  „Es ist nicht so, dass die Bank keine Kenntnis darüber hätte“, „Er ist alles andere, als erfreut“, „das war kein dummer Gedanke“
(Litotes überlappt sich manchmal mit Hyperbel und Ironie)

Ironie               – übertriebene Aussage, die aber das Gegenteil meint.
Beispiel: (Nachdem sich der Busfahrer zum zweiten mal verfahren hat, sagt ein Gast) „Er kennt die Gegend hier, wie seine Westentasche!“

Metonymie     –  Repräsentanz – Austausch eines Ausdrucks durch einen anderen, der eine Eigenschaft/Merkmal des Ausdrucks repräsentiert. z.B. Schriftsteller für Buch, Behälter für Inhalt, Ort für Person.
Beispiele: „Das Weiße Haus schwieg zu den Enthüllungen“ (statt „der US Präsident“), „Bei Goethe steht es noch bildhafter“ (statt bei „Goethes Faust“), „Napoleon marschierte Richtung Moskau“ (statt „die französische Armee“), „das war ein Gläschen zuviel“ (Statt „ein Glas Alkohol“), „Berlin entschied dagegen“ (Statt „die deutsche Regierung“), „Sie wurden nach Auschwitz gebracht“ (statt „ins Konzentrationslager“), „Houston, we got a problem“ (Statt „Raumfahrtzentrum“)
(Metonymie überlappt sich manchmal mit Metapher und Synekdoche)

Omission         –  ein Leerlassen. Das bewusste Ausslassen eines eigentlich zu erwartenden Wortes. Beispiel: „Wir können zu mir nach Hause, ein Cocktail trinken, uns küssen und dann… danach morgens zusammen frühstücken“

Oxymoron       – (auch Oxymora) Die Kombination widersprüchlicher Begriffe.
Beispiel:   „Bittersüß“, „Entspannungsstress„, „dumme Klugheit„, „Wenn du’s eilig hast, gehe langsam„, „ein schweigendes Gespräch„, „Es lebe der Tod“, „ein offenes Geheimnis“, „weniger ist mehr“ (Oxymoron überlappt sich manchmal mit Paradoxon und Antithese)

Paradoxon       – Scheinbarer Widerspruch innerhalb eines Satzgefüges.
Beispiel:     „Der Tod  ist das Leben“, „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, „zu früh ist nie zu spät“, „Du bist frei, selbst wenn du im Kerker geboren bist“; „Eine Frau muss ihren Mann stehen“

Parallelismus    –  zweimalige identische Abfolge von Grammatikelementen. (Abfolgen von Subjekt, Prädikat, Objekt, Adverbial etc.)
Beispiel:  „Groß ist der Wille, klein ist das Können“; „Freudig ging er zum Unterricht, betrübt schlich er nach Hause“; „Lang war die Vorbereitung, lang war die Schlacht“; „Ich konnte ihn nicht finden, er konnte ihn nicht verstehen“. (Parallelismus überlappt sich manchmal mit Antithese; Oxymoron oder Chiasmus)

Paranomasie – ist ein Wortspiel. Abwandlung eines Ausdrucks mit überraschend neuer Bedeutung.
Beispiel: „Polizei – Mein Freund dir helf ich“ (Statt „Polizei – Dein Freund und Helfer“);  „Astrein, astrein… aber vergiss nicht, den Ast wieder raus zu tun“ (Hier gewinnt das Wort „astrein“ plötzlich eine neue Bedeutung), „Warum steht ein Pils im Wald?“ – „Weil die Tannen zapfen“.
(Paranomasie überlappt sich manchmal mit Katachrese )

Periphrase       – Benennung eines Objekts oder einer Person mit einem alternativen beschreibenden Ausdruck.
Beispiele:  „dein Freund und Helfer“ (Polizei); „der Leibhaftige“ (Teufel); „eine personelle Verschlankung“  (Kündigung); „Die Götter in weiß“ (Ärzte); „Der Kanzler der Wiedervereinigung“ (Helmut Kohl)
(Die Periphrase überlappt sich manchmal mit Antonomasie)

Personifikation   – Dinge (Objekte) werden mit menschlichen Eigenschaften verquickt / personifiziert / vermenschlicht.
Beispiel:    „Ein Meer aus Tränen„, „die Sonne lacht„, „der Berg grüsst„, „Vater Staat“, „Mutter Natur“, „Der Aktienkurs stolpert sich nach oben„, „Die Konjunktur hüstelt
(Personifikation überlappt sich manchmal mit Allegorie)

Pleonasmus     – Eine Kombination eines Hauptworts, mit einem zweiten Wort (meist Adverb), das aber die selbe Bedeutung hat.
Beispiel:   „Ein sparsamer Geizhals“; „Der weiße Schimmel“, „teerhaltiger Asphalt“

Rhetorische Frage      – Frage, bei der keine Antwort erwartet wird. Frage, bei der sich die Antwort von selbst gibt.
Beispiel: „Glauben Sie, die Iraker lieben ihre Kinder nicht?“; „Haben Sie keine Fehler?“; „Woher soll ich das wissen?“ Hier ausführlicher Artikel zur rhetorischen Frage

Tautologie     –  Es werden Worte hintereinander wiederholt, mit identischer (oder ähnlicher) Bedeutung.
Beispiel: „Einsam und allein“, „schnell und hurtig“, „nie und nimmer“, „Ehre und Anstand“. (Die Tautologie überlappt sich manchmal mit Pleonasmus)

Symbol           –  Ein Bild, das eine übertragene Bedeutung symbolisiert.   Damit sind eher tatsächliche symbolhafte Bilder, nicht Worte gemeint.
Beispiele:  „Der Lorbeerkranz – für den Sieg“, „Die Taube – für den Frieden“, „der nach unten zeigende Daumen – für ein schlechtes Ergebnis“, „Der Bulle und der Bär – für fallende und steigende Aktienkurse“

Vergleich        –   Das vergleichende Nebeneinanderstellen  von Worten, oft mit dem Wort „wie“ verbunden.
Beispiel:  „Stark wie ein Baukran“; „er brüllt, wie ein Löwe“; „Er hat die Sprungkraft eines Katapults“; „Im Zimmer ist es kalt, als ob man am Seeufer auf einer Bank sitzt“
(Vergleich überlappt sich manchmal mit Metapher)

Rhetorische Mittel werden auch rhetorische Figuren oder rhetorische Stilmittel bezeichnet. (Wieder ein Beispiel für ein „Synonym“)

Weitere rhetorische Mittel zur Erstellung einer Rede

Es gibt mehrere allgemeine Begriffe, die zwar nicht rhetorische Stilmittel im klassischen Sinn sind, aber als Überbegriffe zur Analyse einer Rede / Vortrag wichtig sind.

Ornatio (Wortschmuck)

Elocutio (Sprachgestaltung, Wortwahl, Pausen, etc.)

Inventio (Argumentsfindung)

Memoria (Auswendiglernen oder Einprägen der Rede)

Pronuntiatio (Vortrag, stimmliche Ausführung, Körpersprache)

Dispositio (Gliederung)

Anwendung rhetorischer Mittel zur Erstellung einer Rede

Die meisten rhetorischen Stilmittel sind nicht dafür geeignet, sie bei der Erstellung einer Rede systematisch bewusst einzusetzen. Nur weil ich weiss, dass „Iwan, der Schreckliche“ ein Epitheton ist, werde ich daraus keine packende Rede erstellen. Ausnahmen sind Metapher, rhetorische Frage und Anapher. Die kann man bewusst bei einer Rede einbauen und erhält dadurch einen spürbaren Zugewinn an Wirkung.

Rhetorische Mittel werden daher meist nur Schülern im Deutsch-Unterricht, oder Studenten beim Germanistik oder Rhetorik-Studium beigebracht.

 

 

Die Definitionen rhetorischer Figuren sind nicht gut, aber alt

Da sagt einer zufällig in einer Präsentation: „Erst kam der Regen, dann Sturm, dann Sonne, dann Wind.“
Ein anderer notiert sich das, beugt sich irgendwann über diesen Sätze und sagt: Holla, da waren 3 mal hintereinander dasselbe Bindewort „dann“, komm, wenn Bindewörter wiederholt werden, das nenne wir jetzt einfach mal, ähm, ähm… „Polysyndeton „, klingt doch gut, oder?
Jetzt werden Horden von Rhetorik Studenten und Germanistik Schülern keine andere Wahl gelassen, als diese (unnütze) Definition auswendig zu lernen, um sie dann aus wahllosen vorgelegten Texten detektivisch „ausfindig zu machen“.

Dieses rhetorische Mittel Polysyndeton gibt es wirklich. Jetzt habe aber nicht ICH das wahllos definiert, sondern ein alter Grieche oder Römer, deshalb verbeugt man sich ehrfürchtig und bläut das allen Stundeten des Fachs Rhetorik ins Hirn. Aber es gibt noch mehr. Da gibt es noch solche Dingen wie Apostrophe, Chiasmus, Litotes , Oxymoron und etwa 30 anderer Hirngeburten.

Das Einbläuen solcher Definitionen steuert nicht mehr zum Erstellen einer guten Rede bei, als das Auswendiglernen von beliebigen Zahlenreihen.

Meiner Analyse nach, sind aber nicht alle unwirksam.
Für mich gibt es zumindest drei erprobte Ausnahmen, die man systematisch in einer Rede zur Wirkungssteigerung einbauen kann.
Das ist: Metapher, Anaphora und rhetorische Frage.

Den Rest, liebe Schüler, könnt ihr bei der Erstellung einer Rede getrost vergessen.

Ende der Seite: „Rhetorische Mittel – rhetorische Stilmittel“

Letztes Update: 31. Mai 2017