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Die elocutio ist als sprachliche Einkleidung der Gedanken kein bloßer Schmuck, sondern unmittelbar an die wirkungsdienliche Darstellung der Gegenstände und das Redeziel gebunden.
1.) Zunächst geht es also darum, den Gedanken überhaupt zur Sprache zu bringen.
2.) Dann muß es das Ziel sein, den Gedanken auf die richtige und angemessene Weise darzustellen.
3.) Und nicht zuletzt ist es auch Ziel der elocutio, die sprachlichen Fähigkeiten des Redners in möglichst positivem Licht erscheinen zu lassen.
Die elocutio dient der Versprachlichung und Verdeutlichung der Argumente, die sie durch adäquate Mittel effizienter und wirkungsmächtiger macht. Die kunstvolle Einkleidung der Rede gehört ebenfalls zur elocutio. Sie wird als ornatus, Redeschmuck, bezeichnet und soll einerseits klar und deutlich und andererseits dem Inhalt und der Redeabsicht angemessen sein.
Man könnte diesen Bereich der elocutio als eine Veränderung des unaussprechbaren Basistextes nennen, eine stilistische Abweichung von einer imaginären Ausgangsform.
Wichtigster Bestandteil der elocutio sind in der Rhetorik die Stillehren.
Dabei werden die wichtigsten Stilqualitäten in den Rgetoriken teilweise sehr ausführlich behandelt: die Sprachrichtigkeit (latinitas, auch puritas) und die Deutlichkeit (perspicuitas) sowie der Redeschmuck (ornatus):
1) latinitas: »die syntaktische und idiomatische Korrektheit des Ausdrucks« (Ueding / Steinbrink 2. 1986: 201).
»Die zwei Fehlerarten, die hier systematisch behandelt werden, sind die Verstösse gegen die Sprachreinheit im Einzelwort (Barbarismus) und in der Wortverbindung (Solözismus).« (Groddeck 1995: 103.)
Wichtig: erlaubte Verstöße (Lizenz) und innovativer Sprachgebrauch realtivieren den dogmatischstrengen Charakter der geforderten Sprachreinheit (Groddeck 1995: 103f.).
2) perspicuitas: die Wahl treffender und verständlicher (durchsichttiger) Ausdrücke wird unter dem Begriff perspicuitas gefordert; sie ist das Gegenteil des dunklen, unverständlichen Ausdrucks (obscuritas), der aber ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen ein Stilideal sein kann.
3) ornatus:besonders schöne und wirkungskräftige Ausdruckswahl, umfaßt die Figurenlehre und Tropologie.
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